Gemeinsamer Nenner
Entlastung für hochstrittige Eltern

Für Fachkolleg*innen

Entlastung für hochstrittige Eltern

In hochstrittigen Familien sind die Konflikte des ehemaligen Paares eskaliert. Die Situation wird von den Getrennten zumeist als derart ungerecht erlebt, dass das Konfliktgeschehen weite Bereiche des Lebens dominiert. Häufig werden das gesamte Umfeld sowie das professionelle Hilfesystem in den Konflikt einbezogen.

Die Interessen und Bedürfnisse der Kinder geraten aus dem Blick. Eine tragfähige Lösung im Sinne des Kindeswohls ist in der Regel nicht dauerhaft herzustellen. So bleibt die Situation trotz der erfolgten Trennung für das ehemalige Paar und deren Kinder zumeist sehr belastend. Als kleinster gemeinsamer Nenner soll die Verantwortung für das Kindeswohl in den Blick genommen werden.

Hochstrittigkeit ist u.a. zu erkennen an :

  • häufige Gerichtsverfahren, Nichteinhaltung der Entscheidungen/Vereinbarungen
  • lang andauernde Auseinandersetzungen häufig zu Umgangs – und Sorgerechtsregelungen oder finanziellen Fragen
  • häufiger Wechsel der rechtsanwaltlichen Vertretung und psychosozialer Fachkräfte
  • langfristige Betreuung durch die Jugendämter
  • verbale, psychische und physische Gewalt
  • Instrumentalisierung der Kinder, die deren Belastung mit mannigfaltiger Symptomatik erhöhen kann

Um die hohe Belastung schrittweise abzubauen und die Konfliktdynamik zu deeskalieren, bieten wir den Eltern in getrennten Einzelterminen eine parallele Beratung mit dem Ziel, die elterliche Verantwortung wieder eigenständig wahrnehmen zu können. Hierfür ist eine langfristige Begleitung und Beratung erforderlich. Dabei steht den jeweiligen Elternteilen ein erfahrenes Team aus Berater*innen zur Verfügung.

In diesem Rahmen wird mit dem Elternteil erarbeitet :

  • wie die Beteiligten eigenverantwortlich für ihr emotionales Wohlbefinden sorgen, ohne Differenzen aus der Vergangenheit klären zu können
  • was sie brauchen, um ihre elterlichen Verantwortung jeweils wieder selbstbestimmt wahrnehmen zu können,
  • welche Ressourcen, Ideen und Möglichkeiten sie im Interesse ihrer Kinder einbringen können
  • wie sie selbständiger agieren können und damit sich selbst, die Kinder und zunehmend auch die Hilfesysteme und die Gerichte entlasten können
  • wie es ihnen gelingen kann, eine nachhaltige Struktur zur Organisation der parallelen Elternschaft zu verstetigen.

Unter paralleler Elternschaft wird eine Zusammenarbeit der Eltern auf einem minimalen Kooperationsniveau verstanden, um den Kontakt und Konflikte zu begrenzen. In dieser Form kann es für die beiden Getrennten möglich werden, nachhaltig und jeweils selbstbestimmt ihre Elternschaft eigenverantwortlich zu leben. Sie können lernen, sich auf der Paar-Ebene voneinander zu lösen und mit der Konfliktdynamik abzuschließen.

Im Verlauf der langfristigen Betreuung der Eltern durch unser Team sind im Beratungsprozess Entwicklungen möglich, die eine Überführung der Einzelberatung in andere Formen der Konfliktbewältigung nahelegen, z.B. Pendelmediation oder Mediation können bei Zustimmung aller Beteiligten zum Einsatz kommen. 

Neben der Beratung ist die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Hilfsangeboten, welche die Familie in Anspruch nimmt, oftmals wesentlich für den Erfolg der Beratungsziele.

Es ist von besonderer Wichtigkeit, dass den Bedarfen, Bedürfnissen und Interessen der Kinder in hochstrittigen Familien eine Stimme verliehen wird. Sollte es einer ergänzenden Unterstützung der Kinder bedürfen, kann ein entsprechendes Angebot gerne von uns vermittelt werden.

Durch dieses Vorgehen soll langfristig die hochstrittige Konfliktdynamik entschärft werden, um eine Entlastung aller Betroffenen und auch deren Hilfesysteme zu erreichen.

Wenden Sie sich gerne an uns, wenn Sie in Ihrem beruflichen Kontext mit Eltern zu tun haben, für die eine solche Unterstützung hilfreich sein könnte.

Familiengerichte könnten entsprechende Empfehlungen für beide Elternteile aussprechen und eine fehlende Unterstützung der Kinder anregen.

Unser Angebot kann jeder Zeit in Anspruch genommen werden, unabhängig vom Stand anderer laufender Maßnahmen oder eines familienrechtlichen Verfahrens.

Das Angebot ist kostenfrei.

Für Fragen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.

Quelle: Das Beratungsvorgehen stützt sich auf die Handreichung der DJU für die Beratung von hochstrittigen Eltern. (Dietrich, P. S., Fichtner, J., Halatcheva, M., & Sandner, E. (2010). Arbeit mit hochkonflikthaften Trennungs-und Scheidungsfamilien. Eine Handreichung für die Praxis. Bundeskonferenz für Erziehungsberatung, Fürth. Deutsches Jugendinstitut eV, München.)

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